Sanofi
Im Kölner Entwicklungszentrum von Sanofi entstehen neue Darreichungsformen, und wie sie schmecken, misst eine elektronische Zunge. Dieses Wissen sollte an die Wände, verständlich auch für alle, die nicht im Labor stehen. Wir haben eine Plakatreihe gestaltet, die Labormethoden in Bilder übersetzt. Im Vorbeigehen verstanden, beim Stehenbleiben vertieft.
- Leistungen
- Gestaltungsraster
- Typografie
- Informationsgrafik
- Produktpiktogramme
- Plakatreihe
- Jahr
- 2014

Galenik, Rheologie, potentiometrische Messung: Was ein Entwicklungszentrum kann, sieht man ihm von außen nicht an. An einer Wand voller Fachbegriffe bleibt niemand stehen.
Also zwei Aufgaben auf einem Blatt: im Vorbeigehen wirken und aus der Nähe in die Tiefe gehen. Dazu eine Reihe, in die sich jedes neue Thema von allein fügt.
Ein Plakat liest man erst aus der Entfernung, dann aus der Nähe. Also ordnet das Raster in Stufen: ein großer, leichter Titel, eine kräftige Unterzeile, ein Einstieg in ganzen Sätzen. Erst dann kommen die Spalten mit der Messtechnik.
Jede Stufe rückt ein Stück weiter ein. Das Auge folgt, ganz ohne Pfeil.
- 01 / 04Zwölf Spalten bis an die Kante. Siebzig mal hundert Zentimeter tragen viel Text. Zwölf randlose Spalten geben jedem Block seinen Platz, bevor ein einziges Wort steht.
- 02 / 04Der Titel hält eine Spalte Abstand. Nach oben wie zur Seite bleibt gleich viel Luft. Das große, dünne Wort ruht im Format, statt an den Rand zu stoßen.
- 03 / 04Jede Ebene rückt weiter ein. Titel, Unterzeile, Detail, Anwendung: Jede Stufe beginnt weiter rechts. Wer nur den Anfang liest, versteht das Thema. Wer näher tritt, findet die Messtechnik.
- 04 / 04Von sechzig auf sechs Millimeter. Der Titel ist zehnmal so hoch wie der Fließtext. Dazwischen drei Stufen, an denen das Auge jederzeit wieder einsteigt.
Die elektronische Zunge erkennt Geschmack mit bis zu sieben Sensoren, reproduzierbar und ohne Probandenpanel. Nur sieht das Gerät nach nichts davon aus. Also zeigt die Grafik, was es nachbildet: eine Zunge, über die Leiterbahnen laufen.
Biologie und Elektronik in einem Motiv. Man versteht das Prinzip, bevor man den ersten Satz liest.
- 01 / 04Erst das Vertraute. Eine elektronische Zunge ist für die meisten ein Kasten mit Messköpfen. Also beginnt die Grafik beim Organ, das jeder kennt, gerahmt wie unter einer Lupe.
- 02 / 04Jeder Geschmack bekommt seine Leitung. Bitter, salzig, sauer und süß laufen über die Zunge wie Bahnen auf einer Platine. Auf einen Blick ist klar: Hier wird Biologie in Elektronik übersetzt.
- 03 / 04Aus Geschmacksknospen werden Sensoren. Wo die Leitungen enden, sitzen Ringe wie Lötpunkte. Rezeptor und Sensor in einem Bild.
- 04 / 04Die Mitte bleibt fast leer. Auf der echten Zunge sitzen dort kaum Geschmacksknospen, also auch in der Grafik. An solchen Details erkennen Fachleute, dass jemand genau hingesehen hat.
Essentiale ist eine traditionsreiche Marke mit starkem Ruf und starker Konkurrenz. In Bewegung bleibt sie, indem sie immer neue Wege zum Patienten findet.
Das Plakat stellt die Marke in die Mitte, jede Darreichungsform kreist als Piktogramm darum. Was schon im Markt ist und was noch entsteht, sieht man sofort. Die ganze Strategie passt auf ein Blatt.


Messtechnik und Markenstrategie haben wenig gemeinsam, ihre Plakate schon: dasselbe Raster, derselbe leichte Titel, dieselben Stufen. Nur die Farbe wechselt mit dem Thema.
Für das nächste Thema braucht es keinen neuen Entwurf. Nur eine neue Farbe und etwas, das sich zu erzählen lohnt.